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3 Tipps im Umgang mit schweigenden Klienten

Wenn Menschen zusammenkommen wird meist kommuniziert. Sie reden miteinander, tauschen ihre Gedanken aus und formulieren ihre Sichtweisen. Kommunikation bedeutet also Austausch, Lebendigkeit und Aktivität. Doch was, wenn diese Kommunikation in Form eines Gespräches ausbleibt und sich Menschen gegenübersitzen, die schweigen?
Für uns Coaches ist Sprache das Hauptwerkzeug im Coaching, daher ist Schweigen für uns in etwa so, als würde man einem Friseur die Schere wegnehmen.

Schweigen auszuhalten ist für viele schwierig – nicht nur für Coaches. Die dadurch entstehende Stille löst oftmals Druck aus und wir bekommen den Wunsch etwas zu sagen.
Doch etwas zu sagen, nur um überhaupt etwas zu sagen, sollten wir als Coaches vermeiden.

Schweigen wird häufig als „etwas stimmt hier nicht“ interpretiert und als Kontaktabbruch gedeutet. Doch dem ist nicht immer so. Sprechpausen können nämlich unterschiedliche Gründe haben.

3 häufige Gründe fürs Schweigen

Grund 1 – Dein*e Klient*in denkt nach

Je nachdem wie viel deinem*r Klient*in gerade im Kopf herumgeht, kann die Sprechpause unterschiedlich lang sein. Fragen wie „War das jetzt alles Wichtige oder fehlt noch etwas?“ oder „Stimmen die Punkte so noch?“ werden hier von deinem*r Klient*in versucht zu beantworten.

Grund 2 – Dein*e Klient*in sinnt nach

Im Gegensatz zu „Klient*in denkt nach“ geht es hier mehr um die Gefühlslage. Fragen wie „Wie drücke ich jetzt meine Gedanken in Worten aus?“ oder „Was geht eigentlich gerade in mir vor?“ können hier beschäftigen und dein*e Klient*in braucht Zeit, die für sich passenden Antworten zu finden.

Grund 3 – Dein*e Klient*in ist peinlich berührt

Hier handelt es sich um ein Schweigen, dass meist durch ein Schamgefühl ausgedrückt wird. Irgendetwas ist deinem*r Klient*in peinlich. Entweder das, was er/sie selbst gesagt hat oder etwas, was du gesagt hast. Hier kann es hilfreich sein, deine*n Klient*in darauf anzusprechen: „Ich bin mir nicht sicher, doch ich kann mir gut vorstellen, dass Ihnen XY womöglich unangenehm ist und Sie sich möglicherweise sogar dafür schämen. Ich möchte Ihnen gerne sagen, dass Ihnen das vor mir nicht peinlich sein muss.“

Augenzugangshinweise aus dem NLP nutzen

Um zu prüfen, ob unsere Klient*innen gerade in Gedanken sind, finde ich die Augenzugangshinweise aus dem NLP ganz hilfreich.

Die kurzen unbewussten Augenbewegungen unserer Klient*innen geben darüber Aufschluss, ob sie gerade Informationen abrufen (erinnern), sich Dinge visuell oder auditiv ausdenken (konstruiert), in die eigene Gefühlswelt abtauchen oder sich gerade im Gespräch mit den eigenen inneren Stimmen (innerer Dialog) befinden.

Sie bieten uns als eine gute ORIENTIERUNG im Coaching. Ich verstehe die Augenzugangshinweise als Unterstützung bei der Prozessführung. So nutze ich beispielsweise den Hinweis auf den inneren Dialog, um meinen Klient*innen mehr Zeit für die Beantwortung der Frage zu lassen, da sie gerade „beschäftigt“ zu sein scheinen. Bei einem anderen Hinweis frage ich beispielsweise eher nach und versuche zu verstehen, was gerade in ihnen vorgeht.

3 Tipps für den Umgang mit Schweigen

Kannst du dem Schweigen deiner Klient*innen jedoch keinen dieser 3 Gründe zuordnen und ist das Schweigen für dich so unangenehm, dass es dich in deiner Arbeit blockiert, kannst du:

Tipp 1 – Nachfragen

„Wie geht es Ihnen gerade?“, „Was geht gerade in Ihnen vor?“, „Welche Gedanken gehen Ihnen gerade durch den Kopf?“

Tipp 2 – Das Schweigen Ansprechen

„Ich bin gerade verunsichert, da Sie bereits einige Zeit schweigend vor mir sitzen und frage mich, ob sie noch Zeit zum Nachdenken benötigen.“

„Das Schweigen zwischen uns nehme ich gerade als unangenehm wahr und frage mich, wie es Ihnen damit geht.“

Tipp 3 – Setting wechseln

Sollten die erste und zweite Option zu keinem Ergebnis führen, kannst du es mit einem Setting-Wechsel versuchen:
Ich habe gerade den Eindruck, als kommen hier an dieser Stelle nicht weiter und ich möchte Ihnen gerne den Vorschlag machen, dass wir uns etwas bewegen oder einen kurzen Spaziergang machen. Was halten Sie davon?“

Selbstreflexion

Ich halte es jedoch auch für wichtig, dass wir als Coaches auch bei uns schauen und uns darin üben, Stille auszuhalten und unseren Klient*innen die Zeit zu geben, die sie brauchen ohne gleich verunsichert zu sein und mit Aktionismus zu reagieren.
Für uns Wartende kann eine Minute eine gefühlte Ewigkeit sein, für unsere Klient*innen, die sich im Denkprozess befinden, ist eine Minute ein Hauch von Nichts.

 

Wie du konstruktiv mit Hemmnissen umgehst

 

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Andrea Schlösser Coaching leicht gemacht
Andrea Schlösser – Coaching leicht gemacht

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