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Kreativität im Coaching – was dafür wichtig ist

Stella ist Coach, Trainerin und hatte bis letztes Jahr eine Professur für Gamedesign. Dort hat sie die Grundlagen der  Spielentwicklung, Storytelling, Charakter‐ und Weltendesign sowie Serious Gaming unterrichtet. Jetzt begleitet sie Design‐ und Innovationsprozesse.  Ihr geht es vor allem um die Potenzialentfaltung und darum, geeignete Nährböden für Innovationen zu schaffen. Dabei setzt sie auf Game Thinking, Storytelling und Mindfulness – also auf Achtsamkeit.

Privat beschäftigt sie sich seit mehreren Jahren intensiv mit Achtsamkeit und Meditation, hat eine Fortbildung als zertifizierte  Entspannungstherapeutin gemacht und mehrere Weiterbildungen in prozessorientierter Kommunikationssteuerung besucht.

Was ist Kreativität?

Stella: Kreativität bedeutet, neuen Herausforderungen mit Offenheit und Neugier zu begegnen, von gewohnten Wegen abzuweichen, was gleichzeitig Mut, Ausdauer und Vertrauen voraussetzt.

 

Was behindert Kreativität?

Stella: Der Faktor „Stress“ ist ein absoluter Kreativitätskiller. Das ist besonders bedeutsam mit Hinblick auf das Thema „Nachhaltige Kreativität“, „Design Thinking“ und „Performance“. Viele in der Arbeitswelt glauben ja immer noch, dass sie stets eine gute „Performance“ ablegen müssen und vergessen, dass das unter Stress gar nicht möglich ist. Dazu kommt, dass kein Mensch Multitasking‐fähig ist. Denn wir uns den Begriff näher anschauen, handelt es sich bei Multitasking lediglich um eine sehr schnelle Unterbrechung einzelner Tätigkeiten. Im Umkehrschluss bedeutet das, „Multitasking“ ist ein absoluter Flow Killer, weil wir nie vollständig in eine Tätigkeit eintauchen. Der Begriff „Flow“ kommt aus dem englischen und bezeichnet einen mentalen Zustand höchster Konzentration und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit. Einige Wissenschaftler beschreiben ihn sogar als einen Trance-Zustand. Flow ist demnach gut für die Kreativität, weil das Gehirn in diesem Zustand sehr viel schneller Neuvernetzungen vornehmen kann.

Kurz gesagt: Multitasking schadet unserer Kreativität.

Dazu gehört auch, ständig das Handy in die Hand zu nehmen und neue Nachrichten zu checken.  Eine Studie ergab, dass Smartphone‐Besitzer ca. alle 18 Minuten auf ihr Handy sehen. Dabei bleibt es dann aber nicht. Die Nachrichten müssen ja auch beantwortet werden. Menschen, die durch ihr Handy im Prinzip nicht mehr in der Lage sind, ihre Außenwelt wahrzunehmen, nennt man „Smombies“. Hierbei handelt es sich um eine Wortschöpfung, die die Wörter „Smartphone“ und „Zombie“ miteinander verbindet. Smombies schaden der eigenen Kreativität in höchstem Maße selber. Eine weitere Studie – ich glaube von Microsoft – ergab, dass Goldfische heutzutage eine größere Aufmerksamkeitsspanne haben als die meisten Menschen: nämlich 9 Sekunden. Viele Menschen haben im Gegensatz nur noch 8 Sekunden. Außerdem verarbeitet der digitalisierte Mensch an einem Tag so viele Informationen, wie ein Mensch aus dem Mittelalter in seinem ganzen Leben. Wollen wir kreativ sein, müssen wir lernen, uns  von äußeren Einflüssen abzuschotten, um in den Flow kommen zu können.

Was können wir tun, um den kreativen Prozess bei unserer/m Klientin/en anzustoßen?

Stella: Für uns als Coaches ist es auf jeden Fall extrem wichtig und eine Grundvoraussetzung, einen sicheren Raum zu schaffen. Einen Raum, in dem der/die Klient/in sich traut, seine/ihre Kreativität zu entfalten. Dazu ist es wichtig, ihm/ihr klar zu machen, dass es keine dummen Ideen gibt. Ebenso wenig gibt es dumme Fragen.

Übrigens besteht Kreativität daraus, sich Fragen zu stellen. Und für diesen sicheren Raum ist es als Coach notwendig, die eigene Kommunikation im Auge zu behalten – verbal und non‐verbal. D.h. dem Klienten mit Wertschätzung zu begegnen und ihn zu bestärken. Und konstruktiv und motivierend zu kommunizieren.

Essenziell ist auch, dem Klienten die Angst vor Fehlern und dem Scheitern zu nehmen. Ein schönes Zitat stammt hier von Edison, der sagte: „Ich bin nicht gescheitert. Ich kenne jetzt 1.000 Wege, wie man keine Glühbirne baut.“

Als Coaches können wir durch Glaubenssatzarbeit und Reframing dazu beitragen, den kreativen Raum zu entwickeln. Also wenn wir ganz bewusst die Frage in den Raum werfen: „Was passiert, wenn Sie jetzt nicht kreativ sind und nichts „Innovatives“ entsteht?

Welche Voraussetzungen brauchen wir als Coaches, um kreativ zu sein?

Stella: Für uns Coaches ist es ratsam, sich ein sehr gutes „Grounding“ anzueignen, um in herausfordernden Situationen gelassen zu bleiben und ebenfalls kreative Lösungen finden zu können (z.B. wenn ein Auftrag geplatzt ist o.Ä.). Weiterhin ist es wichtig, dass wir auch mit uns selber empathisch, wertschätzend und mitfühlend kommunizieren. Das tut uns selber und den Klienten/innen gut.

Kleine Kreativitätsübungen für unsere Klienten/innen

Kleine Übungen schulen die Wahrnehmung unserer Klienten/innen und fördern eine entspannte Grundhaltung. Die erhöhte Wahrnehmung unterstützt die Kreativität. Anleitung für unsere Klienten/innen

In der ersten Übung geht es vor allem um eine intensive Beobachtung und um das „Grounding“ im Hier und Jetzt.

Übung zur Wahrnehmung

Nehmen Sie sich ein kleines Notizbuch zur Hand. Beobachten Sie die Blätter eines Baumes, und schauen Sie, wie sie sich im Licht verändern. Welche Geräusche und Klänge nehmen Sie wahr? Machen Sie sich Notizen dazu. Wiederholen Sie die Beobachtung zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Wichtig ist dabei, dass auf keinen Fall die Übung mit einem Gefühl einer „Performance“ einhergeht.

Game Challenge 

Die Herausforderung ist, gemeinsam mit dem Klienten/der Klientin ein Mini‐Spiel zu entwerfen.  Also z.B. wie lange er/sie es ohne Handy aushält. Motivieren Sie ihn, sich noch jemanden aus seinem Umfeld zu suchen, so dass ein kleiner Wettkampf entstehen kann.

Fundstücke – Ways to use

Sammeln Sie Dinge, die Sie spontan inspirieren. Das kann alles sein: Von einer Kastanie bis zu einem gefundenen Schlüsselanhänger. Halten Sie Ihre Augen offen, z.B. bei Spaziergängen durch die Natur oder auf dem Weg zur Arbeit. Lassen Sie sich die Gegenstände zur nächsten Sitzung mitbringen. Stellen Sie dann im Coaching die Frage: „Wenn das kein Schlüsselanhänger wäre, den Sie da in der Hand halten, was wäre es dann? Was könnte es noch sein? Und was könnte man damit womöglich machen?

Sammeln Sie mehrere Ideen und bitten Sie Ihre/n Klienten/in es in einem Ideen-/ oder Notizbuch festzuhalten.

Links:

Website: www.gamefulandleadership.de

Facebook:

Workshops auf Anfrage: „Gamify Your Mind“, „Storify Your Mind“ und „Master your Mind“

Training und Coaching zu den Themen: Nachwuchsführungskräfte, Game Thinking, Storytelling, Grounding,  New  Work, Digitalnormaden

 

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Andrea Schlösser Coaching leicht gemacht

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