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Grenzen des Coachings erkennen

Die Grenzen zwischen Coaching und Therapie sind, wie du sicherlich weißt, oft fließend und lassen sich nicht hundertprozentig voneinander trennen. Wir nutzen mitunter die gleichen Werkzeuge wie Therapeuten/innen und sind daher oft sehr dicht an bedeutsamen und herausfordernden Themen dran. Trotzdem gibt es klare Anzeichen, die eine Grenze aufzeigen und die wir als Coaches wahrnehmen müssen. Schließlich sind wir keine Therapeuten.

Woran kannst du Grenzen im Coaching erkennen?

Situation 1

Wenn zunehmend mehr private Themen und weniger die berufliche Situation im Vordergrund stehen. Insbesondere dann, wenn diese unsere Kenntnisse überschreiten. Zwei Beispiele: Deine Klientin schildert zunehmend Probleme mit ihrem Kind und beklagt die häusliche Situation oder aber dein Klient berichtet vermehrt über Schlafstörungen und erzählt dir, dass er jetzt Schlaftabletten nimmt. Wir sind weder Erziehungsberater noch kennen wir uns mit Schlafstörungen und Tabletteneinnahme aus. Dafür gibt es Experten. Wir können u.U. lediglich bei der Suche nach Experten behilflich sein. Wir Coaches tun uns Gutes, in solchen Fällen offen im Coaching damit umzugehen und die Situation anzusprechen. Hier ist hilfreich gemeinsam zu überlegen, ob eine Weiterführung des Coaching-Prozesses sinnvoll ist, wie er aussehen könnte und unter welchen Voraussetzungen das Coaching stattfindet. Außerdem gilt es zu überlegen, welche Themen im Coaching überhaupt bearbeitet werden können. Fürs Coaching könnte dann beispielsweise eine Leitfrage lauten: „Wie schaffe ich es trotz der privaten Situation einen guten Job zu machen?“

Situation 2

Wenn du tiefgreifende persönliche Probleme, wie beispielsweise Depressionen oder Suchtverhalten bemerkst. Coaching ist keine Therapie und kann und will sie auch nicht ersetzen. Mach hier deinen Klienten darauf aufmerksam, dass Coaching da an seine Grenze stößt. Ich sage in solch einer Situation gerne so etwas wie „In Bezug auf xy halte ich es für hilfreich gemeinsam zu überlegen, wer Sie dabei optimal unterstützten kann. Im Rahmen unseres Coachings sehe ich da keine Möglichkeit. Was meinen Sie dazu?“ Hier höre ich als Antwort nicht selten „Ich war schon mal in Therapie und dachte, dass ich das Thema bereits geklärt hätte. Anscheinend ist da noch was offen“. Dein/e Klient/in weiß also oftmals um ihre/seine Situation.

Situation 3

Wenn du merkst, dass dein/e Klient/in von dir nur noch eine Beratung und Lösungsvorschläge erwartet. Coaching erfordert eine aktive Zusammenarbeit und erreicht dort seine Grenze, wo deine Klienten/innen nur noch passive Patentrezepte von dir erwarten. Deine Aufgabe ist es den Prozess zu begleiten. Die Verantwortung für das Erreichen ihrer/seiner Ziele liegt klar bei ihr/ihm.

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Interessante Gedanken, die sich in meinen Coaching-Ausbildungen-DVNLP immer wieder stellen und diskutiert werden (siehe auch Frau Schreyögg: Coaching oder Rauen). In der Praxis ist es schwierig zu differenzieren. Ich löse das so, dass ich bei Zweifeln in die Praxis eines Freundes (Arzt) oder einer Therapeutin (Dipl.Psych.) wandere und dort das Coaching unter seiner Obhut durchführe.

Andrea Schlösser

Hallo Wolfgang,
ein kooperierendes Netzwerk kann in der Tat eine gute Lösung sein. Auch der Kontakt zu umliegenden Beratungsstellen finde ich immer wieder hilfreich. Insbesondere wenn es um etwaiges Suchtverhalten geht, verweise ich gerne zuerst dort hin.
Viele Grüße, Andrea

Diana Meyer

Liebe Andrea, vielen Dank erstmal für Deine tollen und hilfreichen Tipps. Ich hatte ein Coaching-Gespräch, indem ich das Gefühl hatte, den Klienten zu überfordern. Auf viele Fragen kam nur ein „Das weiß ich doch jetzt noch nicht“ oder “ die Frage hilft mir nicht weiter“. Der Klient ließ sich einfach nicht aus der Reserve locken. Er sperrte sich gegen fast alle Fragen oder waren es einfach zu viele Fragen? Ist es in solchen Fällen sinnvoll, das Gespräch zu vertagen, um ein bisschen Ruhe einkehren zu lassen? Wie würde ich dann das nächste Gespräch (neuer Termin) starten? Sowas wie: „Wie ist… Weiterlesen »

Andrea Schlösser

Liebe Diana, während ich deine Nachricht gelesen habe, sind mir mehrere Gedanken dazu gekommen, an denen ich dich gerne teilhaben lassen möchte: 1.) Für mich liest es sich so, als wärst du sehr bemüht gewesen, deinen Klienten in seinem Prozess voranzubringen. Manchmal passiert es, dass wir mehr wollen als unser Klient. An dieser Stelle sind wir gut beraten uns selbst zu hinterfragen. 2.) So wie du den Klienten beschreibst, klingt es für mich, als wäre er in den Widerstand gegangen (Blogartikel dazu ist schon in Arbeit). Das ist prinzipiell ein natürliches Verhalten und dient in der Regel dem eigenen Schutz.… Weiterlesen »

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