Als Coach bist du stets auf der Suche nach wirkungsvollen Methoden, um deine Klient*innen bestmöglich zu unterstützen. Bodenanker im Coaching sind ein zentraler Bestandteil vieler Coaching-Methoden. Sie helfen deinen Klient*innen, sich während des Coaching-Prozesses zu zentrieren, zu fokussieren und innerlich stabil zu bleiben. In diesem Blogartikel zeige ich dir, was Bodenanker im Coaching sind, welche Formen sie annehmen können und wie du sie wirksam und professionell in deinem Coaching einsetzt.
Was sind Bodenanker im Coaching?
Bodenanker im Coaching sind metaphorische oder symbolische Referenzpunkte, die deinen Klient*innen helfen, sich während des Coaching-Prozesses zu zentrieren, zu fokussieren und stabil zu bleiben. Sie können in Form von Linien, Punkten, Bildern oder anderen Symbolen, wie z.B. Tücher im Raum angeordnet werden. Ähnlich wie ein Anker ein Schiff an einem festen Punkt hält, können Bodenanker im Coaching Stabilität und Orientierung geben. Sie können auch neue Persepketiven aufzeigen und das Erleben im Hier und Jetzt verstärken.
Welche Bodenanker gibt es?
Bodenanker im Coaching können unterschiedliche Formen annehmen, abhängig von den Bedürfnissen und Präferenzen der Klientinnen sowie von den Zielen des jeweiligen Coaching-Prozesses. Sie können zum Beispiel für bestimmte Werte oder Überzeugungen stehen, die den Klient*innen wichtig sind und ihnen als innere Leitplanken dienen. Ebenso können symbolische Gegenstände oder Bilder als Bodenanker eingesetzt werden, die für deine Klient*innen eine besondere Bedeutung haben und sie an ihre Ziele, Stärken oder inneren Ressourcen erinnern.
Ein Bodenanker im Coaching kann auch über den Körper erfahrbar gemacht werden, etwa durch eine bestimmte Körperhaltung, eine gezielte Atemtechnik oder eine Visualisierung. Diese Formen von Bodenankern helfen den Klient*innen, sich zu beruhigen, sich zu zentrieren und ihre Gedanken sowie Emotionen bewusster zu regulieren. Indem deine Klientinnen lernen, sich gezielt auf ihren Bodenanker zu beziehen, können sie Stress besser bewältigen, ihre Selbstwahrnehmung stärken und in herausfordernden Situationen handlungsfähiger bleiben.
Wann ist der Einsatz von Bodenankern im Coaching sinnvoll?
Der Einsatz von Bodenankern im Coaching ist in vielen Situationen hilfreich, insbesondere dann, wenn innere Klarheit, Perspektivwechsel oder Abgrenzung gefragt sind. Typische Anwendungsfelder sind unter anderem:
- Wenn es hilfreich ist, verschiedene Perspektiven einzunehmen, zum Beispiel bei der Arbeit mit Ich-, Du- und Meta-Perspektiven in einem Konflikt.
- Wenn der rationale Verstand im Sitzen nicht weiterkommt und Bewegung den Prozess unterstützen kann, da durch die Verlagerung der Gedanken in den Raum neue Sichtweisen entstehen.
- Wenn Klient*innen zwischen zu vielen Stühlen stehen und das Umfeld zu viele Erwartungen an sie richtet, wodurch ein klarer Standpunkt im Raum das Ich-Gefühl stärken kann.
- Wenn Klient*innen sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen und ein Bodenanker im Coaching dabei hilft, Orientierung zurückzugewinnen.
- Wenn es wichtig ist, Situationen aus der Metaebene zu betrachten oder eine klare Abgrenzung zwischen zu vielen gleichzeitigen Gedanken herzustellen.
- Wenn es sinnvoll ist, zwischen assoziierten und dissoziierten Standpunkten zu wechseln, etwa indem verschiedene Karten oder Positionen im Raum bewusst eingenommen werden, die unterschiedliche Entscheidungsmöglichkeiten, Personen oder Lebensbereiche repräsentieren.
So arbeitest du mit Bodenankern im Coaching
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Bodenanker im Coaching eingesetzt werden können. Eine der bekanntesten Varianten ist das klassische Skalenseil, auf dem sich deine Klient*innen nach einer von dir gestellten Frage entsprechend ihrer subjektiven Einschätzung positionieren.
Im Folgenden findest du eine Anleitung für eine Bodenanker-Technik im Coaching, mit der deine Klient*innen Muster erkennen, Perspektiven wechseln und Lösungsansätze entwickeln können. Diese Technik eignet sich außerdem, um Verstrickungen sichtbar zu machen und bestehende Blockaden zu lösen.
Anleitung: Bodenanker im Coaching einsetzen
Anliegen festlegen:
Definiert gemeinsam mit deinen Klient*innen ein konkretes Anliegen für die Sitzung und haltet es schriftlich fest. Klärt, welche Personen, Gefühle oder relevanten Aspekte Teil dieses Anliegens sind.
Auswahl der Bodenanker:
Deine Klientinnen wählen für jede Person, jedes Gefühl oder jeden relevanten Aspekt einen passenden Bodenanker aus, zum Beispiel farbige Papierblätter oder symbolische Gegenstände. Ich arbeite im Coaching besonders gerne mit Materialien wie Tüchern oder Moosgummiplatten, da sie nicht nur markiert, sondern auch körperlich eingenommen werden können, indem sich die Klient*innen direkt darauf stellen. Dadurch wird der Bodenanker im Coaching nicht nur visuell wahrgenommen, sondern über den Körper spürbar erlebt, was die Wirkung verstärkt.
Wenn im Coaching mehrere Personen eine Rolle spielen, nutze ich bevorzugt Moderationskarten als Bodenanker, da sie sich flexibel beschriften lassen. So können die einzelnen Positionen klar benannt und im weiteren Prozess gezielt aufgegriffen werden. Indem ich diese Bodenanker im Gespräch mit meinen Klient*innen persönlich benenne, entsteht mehr Nähe, mehr Klarheit und eine stärkere emotionale Verbindung zu den jeweiligen Rollen oder Beziehungen. Gleichzeitig unterstützt diese Form der Bodenanker-Arbeit im Coaching dabei, komplexe Systeme übersichtlich darzustellen und leichter handhabbar zu machen.
Aufstellen:
Lass deine Klient*innen die Bodenanker im Raum verteilen und achte dabei bewusst auf Abstände und Ausrichtungen zueinander. Diese Anordnung spiegelt den aktuellen Ist-Zustand des Systems wider und ermöglicht einen Überblick über bestehende Beziehungen. Wichtig: Nimm wahr und fange nicht an zu bewerten oder reinzureden. Hier dürfen wir Zeit geben und uns in Beobachtungsposition begeben.
Prozess:
Bitte deine Klientin einen Bodenanker für sich selbst zu wählen und lass dir die Wahrnehmung aus dieser Position schildern. Anschließend wechselt sie zu den anderen Bodenankern und beschreibt jeweils ihre Eindrücke.
Veränderungen vornehmen:
Nun beginnt ihr gemeinsam, Veränderungen an den Positionen der Bodenanker vorzunehmen, um neue Lösungsräume zu eröffnen. Das können Positionswechsel, das bewusste Aussprechen von Gefühlen oder das Lösen von Verstrickungen sein.
Zielbild entwickeln:
Durch die veränderte Anordnung entsteht ein neues Zielbild in Bezug auf das Anliegen. Dieses Zielbild wirkt häufig sehr kraftvoll und kann zur späteren Reflexion fotografisch festgehalten werden.
Bodenanker im Coaching mit Timelines nutzen
Auch die Arbeit mit Timelines ist eine wirkungsvolle Anwendung von Bodenankern im Coaching. Sie eignet sich besonders gut, um Ziele, Entwicklungsschritte und Übergänge sichtbar zu machen.
Anleitung: Bodenanker mit Timeline
Anliegen festlegen: Hole die Einwilligung deiner Klient*innen ein, um an einem konkreten Thema mithilfe der Timeline weiterzuarbeiten.
Timeline markieren: Markiert gemeinsam Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit beschrifteten Papierblättern oder geeigneten Gegenständen.
Metaposition festlegen: Lass deinen Klienten eine Metaposition bestimmen und diese bewusst einnehmen.
Ziel auf der Timeline verankern: Von der Metaposition aus formuliert er sein Ziel und verorten es auf der Timeline, bevor er diesen Punkt als Bodenanker markiert.
Zwischenstationen festlegen: Zwischen Gegenwartsanker und Zielanker werden drei Zwischenstationen definiert, die konkrete Entwicklungsschritte abbilden.
Gegenwartsanker einnehmen: Dein Klient nimmt die Position der Gegenwart ein und reflektiert sein Blick auf das Ziel.
Zwischenstationen erkunden: Jede Zwischenstation wird nacheinander eingenommen und mit allen Sinnen erforscht.
Zielanker einnehmen: Nun geht er in seinem eigenen Tempo auf den Zielanker zu und nimmt den Zielzustand bewusst wahr. Unterstütze hier mit VAKOG (Sinneskanäle).
Zielzustand verankern: Abschließend wird dieser Zustand innerlich gefestigt, sodass er später leichter wieder abrufbar ist.
Bodenanker im Online-Coaching nutzen
Auch im Online-Coaching lassen sich Bodenanker wirksam einsetzen, wenn einige Punkte beachtet werden:
- Kameraeinstellung: Sorge für eine Perspektive, in der Bewegungen und Positionen gut erkennbar sind.
- Virtuelle Bodenanker: Nutze digitale Whiteboards oder Präsentationstools, um Bodenanker visuell darzustellen.
- Interaktive Umsetzung: Lade deine Klient*innen aktiv dazu ein, Positionen zu wechseln und ihre Wahrnehmungen zu verbalisieren.
Du kannst auch Methoden, wie z.B. die Walt Disney Methode sehr schön mit Bodenanker durchführen, um das innere Erleben zu besprechen.
Bodenanker im Coaching können deine Klient*innen dabei unterstützen, sich mit verschiedenen Aspekten zu verbinden und die eigene Handlungsfähigkeit zu stärken. Und mir als Coach helfen sie dabei, besser zu verstehen und folgen zu können, da manche Themen sehr komplex sein können und dadurch eine Struktur gegeben ist.
Mein neues Buch ist am 6. August erschienen und wurde schon über 1000 Mal verkauft. Genau richtig für dich, wenn du deine Fragetechnik verbessern willst.
0 Kommentare