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Wieso Klienten nicht gleich Kunden sind

Als ich damals in einer Fortbildung aufgefordert wurde, meine Klienten in die von Steve de Shazer benannten Kategorien Besucher, Klagender und Kunde einzuordnen, fand ich das ziemlich befremdlich. Ich halte nicht so viel von „in Schubladen stecken“ und arbeite daher auch nur selten mit Persönlichkeitstests. Daher tat ich mich zunächst schwer damit. Für mich war ganz klar, dass zu mir nur Kunden kommen werden und ich die Unterteilung nicht brauchen werde. Das war so lange so, bis ich die Erfahrung gemacht habe, dass leider wirklich nicht nur Kunden zu mir kommen, sondern es tatsächlich Unterschiede gibt, die von mir als Coach entsprechend unterschiedliches Verhalten erfordern.

 

Welche Typen gibt es?

Der Typus Besucher hat kein konkretes Anliegen und auch keinen aktuellen Wunsch nach Veränderung. Wir erleben ihn mitunter in Organisationen und Unternehmen und er zeigt sich darin, dass er oft nicht freiwillig ins Coaching kommt.

Was kannst du tun?

Mein Tipp: Erarbeite mit ihm die Dinge, die für ihn wirklich gut laufen und stärke diese im Gespräch. Du kannst meist auch gut Zielearbeit machen.

Schritt 1 „Was läuft aus Ihrer Sicht im Moment richtig gut? / Womit sind Sie zufrieden?“

Schritt 2 „Was möchten Sie auch zukünftig gut im Blick behalten?“

Schritt 3 „Was steht bei Ihnen für die nächsten Monate noch an?“

Als Klagende werden Personen bezeichnet, die Beschwerden haben, jedoch die Schuld und Lösung bei anderen Menschen suchen. Ganz nach dem Motto „Wenn die anderen so wären wie ich sie will, dann würde es mir viel besser gehen.“ Sie erwarten die Veränderung von den anderen und schauen nicht bei sich selbst.

Das ist leider zunächst die totale Sackgasse im Coaching. Hier kann deine Aufgabe sein, die Person nach und nach dahingehend zu sensibilisieren, dass auch sie ihr Verhalten reflektiert und Step by Step die Perspektive der anderen einnimmt.

Was kannst du tun?

Mein Tipp: Arbeite viel mit Perspektivenwechsel. Gebe ruhig auch mal eine Hausaufgabe mit auf den Weg und stelle ihnen einige Verhaltensaufgaben, in denen sie ihren eigenen Einfluss auf die jeweilige Situation erkennen. Dies kannst du in der Sitzung dann gemeinsam besprechen.

Kunden/innen sind Personen, bei denen ein ganz klarer Wunsch nach Veränderung besteht. Sie kommen zu dir mit einem Anliegen und haben eine ungefähre Vorstellung darüber, was sich verändern soll. Darüber hinaus ist ihnen auch bewusst, dass sie diejenigen sind, die an der Veränderung aktiv mitwirken müssen.

Was kannst du tun?

Mein Tipp: Hier kannst du dich frei austoben (im positiven Sinn) und dein ganzes Repertoire nutzen, was dir zur Verfügung steht. Für Kunden/innen bietet sich auch wunderbar das Führen eines Coaching-Tagebuchs an, um Beobachtungen und erste kleine Veränderungen zu dokumentieren.

 

Wieso macht die Einteilung Sinn?

Natürlich ist eine Einteilung in diese Kategorien nicht immer ganz leicht und sofort erkennbar. Insbesondere zwischen Klagende/r und Kunde/in zu unterscheiden kann schwierig sein. Dann solltest du versuchen im Vorgespräch mehr Klarheit zu gewinnen.

Wenn wir jedoch beispielsweise jemanden vor uns haben, den/die wir sicher als Besucher/in identifizieren, besteht leicht die Gefahr, dass wir mehr wollen als die Person selbst. Davor können wir uns schützen, indem wir uns bewusst machen, dass der Wunsch nicht von ihr/ihm kommt, sondern womöglich von uns. Wir müssen uns an dieser Stelle bewusst zurücknehmen.

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Schöner Artikel, der wirklich hilft ob als Coach, in der Familie oder als Führungskraft….LG Thomas

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